Bild: radioBERLIN/Sarah Zerdick

- Olympisches Dorf

In Elstal, knapp 20 Kilometer westlich des Olympiastadions, liegt das ehemalige Olympische Dorf, errichtet zu den Sommerspielen 1936. Das Dorf steht unter Denkmalschutz, es gibt Pläne, ein großes Wohnbau-Projekt dort zu verwirklichen.

Die Sportler-Unterkünfte bekamen den Namen "Dorf des Friedens", gleichzeitig sah der Plan vor, "die schönste Kaserne der Welt" zu erschaffen. Bereits bei Beginn der Planungen stand fest, dass nach den Olympischen Spielen die Wehrmacht die Anlagen nutzen sollte; gleich nebenan lag der Truppenübungsplatz Döberitz. Die Häuser wurden für ihren späteren Zweck massiv gebaut.

Hier wohnten während der Spiele rund 3600 männliche Athleten mit Betreuern und Personal, während etwa 330 weibliche Teilnehmer auf dem Gelände des Deutschen Sportforums am Olympiastadion untergebracht waren.

Jedes Haus bekam den Namen einer deutschen Stadt, das Speisehaus der Nationen hieß Haus Berlin. Die Gebäude sollten einer Anordnung wie auf einer Deutschlandkarte entsprechen. Das Dorf bestand aus einem Empfangsgebäude, 136 eingeschossigen und fünf zweigeschossigen Wohnbauten, einem großen Speisehaus, einem Küchenhaus, dem Hindenburghaus, dem Kommandantenhaus, einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einer Sauna sowie einem Ärzte- und Krankenhaus. Das Speisehaus Haus der Nationen bestand aus 38 Speisesälen, die jeweils einer Nation zur Einnahme des Essens und der Geselligkeit dienten.  

Nach den Olympischen Spielen
Nach den Olympischen Spielen wurden auf dem Gelände eine Infanterieschule und ein Infanterie-Lehrregiment untergebracht. Das Speisehaus der Nationen beherbergte ein Militärhospital, genannt das Olympialazarett. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog die sowjetische Armee auf dem Gelände ein und nutzte es bis zum Abzug 1992.

Das Olympische Dorf heute und morgen

Die größten, noch halbwegs erhaltenen Gebäude sind das Haus der Nationen, die ehemalige Schwimmhalle und einige Mannschaftsunterkünfte. In einem guten Zustand befindet sich die Turnhalle. Die Schwimmhalle wurde 1993 durch Brandstiftung stark beschädigt und 2011 äußerlich wieder rekonstruiert.

In den 2010er Jahren wurde eine Mannschaftsunterkunft als „Jesse-Owens-Haus“ saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement hat das historische Olympische Dorf erworben und kümmert sich um die Erhaltung der verbliebenen Gebäude. Das Olympische Dorf kann von April bis Oktober besichtigt werden (täglich von 10 bis 16 Uhr).

Pläne für einen Wohnpark
Ein Entwicklungskonzept vom neuen Investor Terraplan fand die Zustimmung der Gemeindevertreter. Die Wustermarker Kommunalpolitiker stimmten auch für die Aufstellung des Bebauungsplanes E 36 „Olympisches Dorf“, der das gesamte Areal von knapp 53 Hektar umfasst.

Speisehaus und Heizhaus sind denkmalgeschützt, sie werden saniert und in Wohnungen umgewandelt. Die ehemaligen Unterkünfte der Sportler werden neu gebaut, 20 Baukörper entstehen in einem Halbkreis um das Speisehaus herum, so dass die ursprüngliche Form wieder entsteht.  

Bauanträge sollen dieses Jahr eingereicht werden. Baubeginn ca. 2018. Das erste Haus soll 2019 bezogen werden können.

Einen Teil des Olympischen Dorfes hat der Wald zurückerobert. Dieser muss nun in Bauland umgewandelt werden. Auch der Artenschutz spielt eine Rolle: Eidechsen müssen umgesiedelt werden, Fledermäuse und Käfer müssen abgesammelt werden.

Alle Bauzombies auf einen Blick

Eine Kuppel der ehemaligen Abhörstation der NSA ist am 01.07.2013 in Berlin auf dem Teufelsberg zu sehen. Bis 1992 hörte der amerikanische Geheimdienst NSA von dort aus den Funk-und Telefonverkehr im Osten ab. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bauzombies in Berlin

In Berlin gibt es so viele, teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr genutzte Gebäude. Doch was wird aus ihnen? Das Team von "Guten Morgen Berlin" hakt bei Ämtern und Eigentümern nach. Unsere Reporter lassen sich nicht abwimmeln und bleiben am Ball. Oft bekommen sie einen exklusiven Einblick hinter sonst verschlossene Türen.

Videos, Fotos, die wichtigsten Antworten sowie eine interaktive Karte zu den Bauzombies finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Diesterweg-Gymnasium (Foto: radioBERLIN 88,8)
radioBERLIN 88,8

Ehemaliges Diesterweg-Gymnasium

Auf dem Gelände soll eine Sekundarschule entstehen. Außerdem sind modulare Unterkünfte für Geflüchtete und Wohnungen für "bedürftige" Mieter geplant.

Fassade des Operncafes in Berlin (Foto: Miriam Keuter / rbb)
Miriam Keuter / rbb

Operncafé im Prinzessinnenpalais

Seit 2016 baut die Deutsche Bank am traditionsreichen Gebäude. Im Herbst 2018 soll dann an Stelle des ehemaligen Operncafes ein Forum für Kunst, Kultur und Sport entstehen.

Neubauten im Möckernkiez in Berlin (Foto: Flickr / CC)
Flickr / CC

Möckernkiez

Auf dem 2010 erworbenen Grundstück wurde Anfang 2014 ohne Finanzierungssicherung mit dem Bau begonnen. Wegen Finanzierungsproblemen wurden im November 2014 die Arbeiten eingestellt. Doch jetzt bahnt sich eine Lösung für die Finanzprobleme an.