Die Eingangstür des alten Gloria Palastes in Berlin (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
Bild: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

- Der ehemalige Gloria Palast

Einst war das 1896 errichtete Gebäude eines der bedeutensten Filmtheater Berlins. Jetzt wird das ehemalige Kino abgerissen. Entwürfe zum Neubeu liegen vor, eine Einigung darüber ist noch nicht in Sicht.

Die Geschichte

1925 wurde das Kino im 3. Stock des Romanischen Hauses, das 1896 am Kudamm 10/10a errichtet wurde, erbaut. Schon damals war die Fassade denkmalgeschützt. Deshalb wurde 1925 kein neues Gebäude gebaut, sondern das vorhandene entkernt. 1200 Sitzplätze bot das Haus. Unter anderem lief hier 1930 „Der blaue Engel“.  

1943 wurde es dann durch Weltkriegsbomben zerstört. Nach dem Krieg begann der Neubau auf dem ehemaligen Teilstück (Kudamm 12). 1971 erfolgte dann ein Umbau und ein zusätzlicher kleiner Saal, die „Gloriette“, wurde errichtet. 1986 wurde im Zuge des Umbaus der Gloria Passagen alles komplett neu gebaut. 1998 am 15. August kam dann das endgültige Aus für den Gloria Palast.

Gutachten plädieren für Abriss

Seit 2015/16 gibt es einen neuen Eigentümer. Ein Gutachten ergab, dass die Fassade aus den 50ern nicht standfest sei. 2017 wurde dann dem Antrag auf Abriss stattgegeben, trotz Denkmalschutz. Ein Gutachten der obersten Denkmalbehörde besagt: Der Erhalt der denkmalbestimmenden Substanz sei durch die erforderliche Sanierung nicht möglich.  Außerdem sei das  Denkmal durch die vielen Umbauten nicht mehr authentisch.

Zuvor gab es einen langen Streit zwischen Bezirk, Senat und Denkmalschützern. Leuchtreklame, Foyer und Wendeltreppe standen unter Denkmalschutz. Mittlerweile sind die schönsten Elemente vermutlich in der Welt verteilt, oder dem Abrissbagger zum Opfer gefallen. So findet man bspw. Wandleuchten aus dem Gloria Palast im neu errichteten Delphi LUX.

Zukunftspläne

Neuer Eigentümer sind Centrum Holding und RFR Frankfurt am Main. Ihnen gehört auch das dahinter stehende Gebäude „Upper West“. Hier soll ein neues Geschäftshaus entstehen. Allerdings nicht irgendeins. Es gab viele Auflagen unter anderem für die Fassade, eine Art „Erinnerungsbau“, in Anlehnung an den filigranen Gloria Palast der 50er Jahre.

Aber die Bauträger sind damit nicht einverstanden und die Architekten müssen nacharbeiten. Am 30. Oktober soll dann erneut über die Entwürfe entschieden werden.

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