Die Inenansicht des Reemtsma-Areals (Foto: Eckel PR)
Bild: Eckel PR

- Reemtsma Areal

Rund 140 Millionen Zigaretten täglich wurden hier produziert. Lange passierte nichts auf dem Gelände. Doch jetzt konkretisieren sich die Pläne für einen Neunutzung. Die "Wohnkompanie" hat große Pläne und will am Standort mehrere hundert Millionen Euro investieren. Ende 2018/Anfang 2019 soll der erste Spatenstich erfolgen.

Die Firma Reemtsma hat an der Mecklenburgischen Straße seit 1959 bekannte Zigarettenmarken wie Peter Stuyvesant, West oder R1 hergestellt und in die ganze Welt exportiert. Täglich wurden hier 140 Millionen Zigaretten produziert, gut zu sehen, wenn man von der A100 über den Steglitzzubringer in Richtung Steglitz fährt, auf der rechten Seite. Es handelt sich bei dem Komplex um ein sechsgeschossiges Bürohaus und mehrere Lager- und Produktionshallen. Insgesamt sind es neun Gebäudeteile. Die Größe der drei Produktionshallen beträgt insgesamt 110.000 m².

In den 90er Jahren hatten hier noch rund 1300 Menschen gearbeitet, am Ende waren es nur noch rund 400 Mitarbeiter. Das Gelände war 55 Jahre lang hermetisch von der Außenwelt abgeschottet und streng bewacht, um dem Zigarettenschmuggel vorzubeugen. Sogar eine eigene Zollaußenstelle gab es auf dem Grundstück.

Konkrete Zukunftspläne: Fehlanzeige

Seit der Verlagerung der Produktion nach Hannover-Langenhagen im Jahr 2012 stehen die Gebäude leer. Die Wohnkompanie Berlin hat das Areal Ende November 2014 erworben und ist anschließend mit ihren Büros auf das Areal gezogen. Sitz ist jetzt die Etage, in der bis Mitte 2012 der Vorstand von Reemtsma selbst gesessen hat, mit tollem Rundumblick über die Stadt, bis zum Teufelsberg.

Gewerbe statt Wohnungen vom Bezirk favorisiert

Der Bezirk steht der geplanten Wohnbebauung skeptisch gegenüber und möchte dort ausschließlich Gewerbe für den Bezirk erhalten. Die Investoren wollen aber an ihrer Idee für Wohnbebauung festhalten (kombiniert mit Künstlerateliers und Handwerksbetrieben). In diesem Zug soll auch ein Lärmschutz gegen den Autobahnlärm gebaut werden, die komplette Haustechnik muss erneuert und das eigene Kraftwerk auf dem Gelände soll abgerissen werden.

Stephan Allner, Geschäftsführer von Wohnkompanie, plant auf dem Gelände eine Art Gewerbeareal. Neben Büros sollen auch ein Kino, ein kleines Theater, gastronomische Einrichtungen und vieles mehr entstehen, mit einem Investitionsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro. Ende 2018/Anfang 2019 soll der erste Spatenstich erfolgen. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Stand: 19. Dezember 2017

Das könnte Sie auch interessieren

Strandbad Müggelsee; Foto: radioBERLIN/Miriam Keuter
radioBERLIN/Miriam Keuter

Strandbad Müggelsee

Die „Riviera des Ostens“rottet vor sich hin. Modernisiert wurde die aus den 30er Jahren stammende Bausubtanz zuletzt in den 70er Jahren. Gastronomie und Strandgebäude stehen leer.

Vor den Überresten der Teufelsbrücke in Wannsee liegen Sandsäcke (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

Die Teufelsbrücke in Wannsee

Abriss und Neubau oder Sanierung der alten Bausubstanz? Zwischen Senat und Landesdenkmalamt gibt es unterschiedliche Ansichten zur Zukunft der Teufelsbrücke im Volkspark Klein-Glienicke.

Unbewohntes Wohnhaus in Berlin-Steglitz Hindenburgdamm Ecke Gardeschützenweg (Quelle: rbb/Ansgar Hocke)
rbb/Ansgar Hocke

Spukhaus Gardeschützenweg

Ein trauriger Rekord: Seit mehr als 15 Jahren steht am Hindenburgdamm in Steglitz ein Mietshaus leer. Das Eckhaus verfällt immer weiter. Dem Eigentümer gehört ein weiteres leerstehendes Haus am Roseneck. Warum greifen die Behörden nicht ein?

Aussenansicht des Das ehemalige Kabelwerks Köpenick an der Müggelspree. (Foto: imago/PEMAX)
imago/PEMAX

Kabelwerk Köpenick

Es war die Zweigstelle des VEB Kabelwerks Oberspree. Zeitweise war der Mellowpark dort  untergebracht, wurde dann an diesem Standort geschlossen. Jetzt befindet sich der Mellowpark an der Wuhlheide.