Die Eisfabrik an der Köpenicker Straße (rbb / Tom Garus)
(rbb / Tom Garus)

- Die Alte Eisfabrik

Die Eisfabrik der ehemaligen Norddeutschen Eiswerke AG ist eine der ältesten noch erhaltenen Produktionsstätten ihrer Art in Deutschland. Auf dem zirka 8800 Quadratmeter großen Grundstück soll bis zum Jahr 2020 eine lebendige Mischung aus Wohnen, Gewerbe sowie kultur- und kreativwirtschaftlicher Nutzung entstehen.

Geschichte

1893 erwarb Carl Bolle das Grundstück Köpenicker Straße 40-41 von den Holzhändlern Carl & Paul Eger. Der Gründer der Meierei C. Bolle war auch unter dem Spitznamen „Bimmel-Bolle“ bekannt aufgrund der mit Handglocken bimmelnden Milchverkäufer auf seinen berühmten Bolle-Milchwagen. Ab 1896 wurde hier künstliches Stangeneis produziert.

Die Norddeutschen Eiswerke, zu denen auch das Gelände Köpenicker Str. 40/41 zählte, waren die mit Abstand größten Natureisproduzenten in Deutschland. Der Betrieb wurde zu DDR Zeiten vom VEB Kühlbetrieb weitergeführt. Erst 1995 stellte die Berliner Kühlhaus GmbH den Betrieb in der Köpenicker Straße ein. Seit dem ist das Gelände in Berlins Mitte an der Spree leer stehend.

Eis wurde in Stangen von ca. 20 mal 20 cm bei bis zu 1,50 m Länge an Brauereien, Kneipen, Haushalte, Obsthandlungen usw. geliefert. Die Milch auf den Wagen der Meierei Bolle wurde mit Stangeneis gekühlt.

Zukunftspläne

Nach der Schliessung der Kühlhäuser zerfielen die Gebäude über 20 Jahre hinweg. Einige der Kühlhäuser wurden 2010 abgerissen, heute jedoch stehen die verbliebenen Gebäude unter Denkmalschutz. Trockland erwarb 2016 eines der beiden Grundstücke mit Wohnhaus und querstehendem ehemaligen Kühlhaus.

Doch was wird jetzt aus dem Areal? Die derzeitigen Eigentümer, die TLG Immobilien GmbH und der Bochumer Immobilienunternehmer Thomas Durchlaub, haben bereits Pläne. Trockland gehört das Gebäude direkt an der Köpenicker Straße, ein Seitengebäude und das Kühlhaus.

Unter dem Namen „Eiswerk“ will Trockland auf dem zirka 8800 Quadratmeter großen Grundstück bis zum Jahr 2020 eine lebendige Mischung aus Wohnen, Gewerbe sowie kultur- und kreativwirtschaftlicher Nutzung mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt rund 23 000 Quadratmetern sowie einer Tiefgarage realisieren.

Das Erdgeschoss und 1. Obergeschoss sind zur Zwischennutzung für einige Monate an einen Eventorganisator vermietet.

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