Aussenaufnahme des Hauses der Statistik am Alexanderplatz (Foto: Miriam Keuter/radioBERLIN 88,8)
Bild: Miriam Keuter/radioBERLIN 88,8

- Haus der Statistik am Alexanderplatz

Drei Planungsteams hatten sich um die Neugestaltung des Areals um das "Haus der Statistik" beworben, jetzt steht der Gewinner fest. Eine Jury, der auch Anwohner angehörten, hat sich für ein Potpourri aus Arbeit, Freizeit und Wohnen entschieden.

UPDATE vom 25.02.2019:

Grünes Licht für die Planungsgemeinschaft “Teleinternetcafe und Treibhaus“: Das Team aus Berlin und Hamburg darf den städtebaulichen Entwurf für das Haus der Statistik umsetzen. Damit setzte sich "Teleinternetcafe und Treibhaus" gegen zwei Mitbewerber durch, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Montag mitteilte. Bereits am Freitag hat demnach ein Gremium diese Entscheidung getroffen.

Zwei Wohnungs- und ein Büroturm sollen entstehen

Insgesamt drei Planungsteams hatten in den vergangenen fünf Monaten in einem offenen Werkstattverfahren mit Bürgerbeteiligung städtebauliche Entwürfe erarbeitet. Der Vorsitzende der Jury, Professor Rudolf Scheuvens, würdigte alle drei eingereichten Entwürfe. Jetzt wünsche er dem Gewinner des Wettbewerbs, dass aus den Plänen bald Realität werde. Der Jury gehörten neben Bau- und Stadtplanungsexperten auch Bürger an.

Der Entwurf von "Teleinternetcafe und Treibhaus" sieht vor, dass die bestehenden Altbauten an der Alexander- und Otto-Braun-Straße mit rund 46.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche um weitere rund 66.000 Quadratmeter Neubau ergänzt werden.

In der Mitte des Areals entstehen drei Höfe ("Stadtzimmer") für gemeinschaftliche Nutzung und Begegnung. Umrahmt werden sollen diese Höfe von zwei 15- und 12-geschossigen Wohnhochhäusern zur Berolinastraße, einem 16-geschossigen Büroturm an der Otto-Braun-Straße für das Rathaus Mitte und drei "Experimentierhäusern" für wechselnde Nutzungen. Dachgärten und Gemeinschaftsterrassen sollen für zusätzliches Grün in der dichten Bebauung sorgen.

BM plant 300 "bezahlbare" Wohnungen

Das Bezirksamt Mitte will an der Otto-Braun-Straße ein neues "Rathaus der Zukunft“ bauen. Neben Bürger- und Finanzamt sollen dort Kultur-, Sozial- und Bildungseinrichtungen Platz finden. In den Erdgeschossen sind Angebote zum Ausgehen und Einkaufen vorgesehen.

Auf dem östlichen Teil des Areals, der an die Berolinastraße und das Wohngebiet Karl-Marx-Allee angrenzt, wird die "Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte" (WBM) 300 bezahlbare Wohnungen bauen.

Die Schadstoffsanierung im Altbau hat bereits begonnen, noch 2019 soll dort eine erste Nutzung möglich sein, teilt die Senatsberwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen weiter mit. Einen entsprechenden Bebaunungsplan für das mehr als drei Hektar große Areal wird nun der Bezirk Mitte aufstellen, heißt es weiter.

Neubauten statt Abriss

Das Haus der Statistik an der Otto-Braun-Straße entstand 1968 bis 1970. Der Bürokomplex besteht aus drei Teilen, neun bis zwölf Etagen hoch. Nach der Wiedervereinigung dienten die Gebäude als Außenstelle des Statistischen Bundesamtes und als Berliner Dienstsitz der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Seit 2008 stehen sie leer.

Nachdem zunächst der Abriss vorgesehen war, einigten sich die zivilgesellschaftliche "Initiative Haus der Statistik" und die Berliner Politik darauf, wesentliche Teile der bestehenden Bebauung zu erhalten und das Gelände mit Neubauten zu ergänzen. Im Oktober 2017 kaufte das Land Berlin das Areal vom Bund.

Für die Entwicklung des Projekts "Haus der Statistik" kooperieren Stadtentwicklungsverwaltung, Bezirk Mitte, WBM, BIM und das Bündnis Entwicklungsgenossenschaft Zusammenkunft Berlin (ZKB), das aus der Initiative Haus der Statistik hervorgegangen ist.

Sendung: Abendschau, 25.02.2019, 19:30 Uhr

Zerstörte oder gleich vollständige Fenster, die Fassade wird auch immer grauer und das Erdgeschoss ist komplett mit Brettern vernagelt: seit Jahren rottet 40.000m² Plattenbau im Herzen Berlins vor sich hin.

Doch jetzt scheint sich endlich etwas zu tun im ehemaligen Haus der Statistik am Alex. Es sei eine Mischung aus Verwaltung, Kultur und Wohnen geplant, sagte Stadtentwicklungssenatorin Kathrin Lompscher (Linke). Teile der Landes- und der Bezirksverwaltung sollen einmal in das neue Gebäude einziehen.

Im Laufe der Sanierungsarbeiten soll die Fassade erneuert und das Dach begrünt werden. Außerdem ist geplant vor dem Eingang ein Pavillion zu bauen. Rund 125 Millionen Euro sind für die Sanierungsarbeiten vorgesehen.

Geschichte

Das Haus der Statistik steht in Mitte in der Otto-Braun-Straße 70–72 (zwischen 1966 und 1995 Hans-Beimler-Straße). Im Zuge der Restrukturierung des Alexanderplatzes nach sozialistischen Idealen wurden die neun- und elfgeschossigen Gebäude in Plattenbauweise errichtet. Baubeginn war am 8. März 1968. Die Pläne stammten von dem Architektenkollektiv Manfred Hörner, Peter Senf und Joachim Härter.

Das Plattenbau-Ensemble war ursprünglich Sitz der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik der DDR, 1968-70 erbaut. Oben saß auch das Ministerium für Staatssicherheit, im Erdgeschoss gab es zwei Gaststätten und Geschäfte, zum Beispiel den Laden für Produkte aus der UdSSR „Natascha“.

Nutzung nach 1989
Nach der Wende wurde das Gebäude als Außenstelle des Statistischen Bundesamtes und Sitz der Stasi-Unterlagen-Behörde genutzt. Es gibt außerdem viele benachbarte Gebäude im ähnlichen Stil: Haus des Lehrers, Haus des Reisens und Haus der Elektroindustrie. Sie sind aber alle bereits renoviert. Seit 2008 steht Haus der Statistik leer.

Stand: 30. Januar 2018

Standort des Hauses der Statistik

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