Aussenaufnahme des Stellwerks Moabit (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
Bild: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

- Stellwerkturm Moabit

Das Gebäude auf dem historischen Güterbahnhof Moabit hat eine lange Geschichte. Doch aktuelle Pläne zur Neunutzung des Turms gibt es nicht.

Die Geschichte

Der Stellwerkturm an der Beusselbrücke ist der erhaltene Rest des historischen Güterbahnhofs Moabit. Er entstand in den Jahren 1892–1893 im Rahmen der 1894 eröffneten Bahnstation Beusselstrasse, die den nur wenige hundert Meter entfernten Bahnhof Moabit ersetzte. Auf der angrenzenden Beusselbrücke wurde das im Stile der Neogotik gestaltete Empfangsgebäude errichtet.

Das weiträumige Gelände zwischen Beusselbrücke und Putlitzbrücke wurde mit Lagergebäuden, Stellwerken und Lokomotivschuppen für den Güterbahnhof Moabit bebaut. Von hier aus erfolgte die Materialversorgung für die Industriegebiete in Moabit und Charlottenburg.

Ausgangspunkt für Transporte in Vernichtungslager

Von den Gleisen 69, 81 und 82 im Bahnhofsteil östlich der Putlitzbrücke wurden von 1942 bis 1945 etwa 30.000 Juden in die Vernichtungslager deportiert. Von der zur Sammelstelle umfunktionierten Synagoge Levetzowstraße wurden sie über die Quitzowstraße in die Züge getrieben. Vom östlichen Teil der Quitzowstraße führt eine Stichstraße, der Deportationsweg, zu den Rampen an den Gleisen. Dort erinnert eine Gedenktafel an die Deportation.

Im Besitz einer Berliner Unternehmerin

Derzeit gehört das Türmchen der Beusselstraße 44 Grundstücks GmbH, die wiederum im Besitz der Berliner Unternehmerin Dilek Dönmez ist. Sie ist die sogenannte „Königin des Ayran“ in Berlin und hat mit dem türkischen Joghurtgetränk die führende Ayran Mark in Deutschland aufgebaut.

Aktuelle Pläne für die Neunutzung des Turmes gibt es derzeit aber nicht.

Stand: 18.07.2017

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