Eingang des Strandbads Tegel (Foto: rbb 88.8 / Miriam Keuter)
Bild: rbb 88.8 / Miriam Keuter

- Strandbad Tegel

Das Strandbad Tegel hat einen neuen Betreiber. Bereits im Mai 2021 sollen die Türen geöffnet werden.

Wie die Berliner Bäderbetriebe (BBB) Mitte August mitteilten, konnte zusammen mit der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) ein neuer Betreiber gefunden werden.

„Das Gelände wird wiederbelebt. Mit der Reaktivierung wird der lang gehegte Wunsch erfüllt, dass Tegel sein Strandbad endlich wiederbekommt und der Badespaß hoffentlich im kommenden Jahr starten kann" sagte Berlins Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki.

Betreibergesellschaft ist der Neue Nachbarschaft/ Moabit e.V. Der Verein ist laut BBB eine der größten Nachbarschaftsinitiativen der Stadt.

Kinder und Jugendliche sollen freien Eintritt erhalten, es soll für sie Freizeitangebote geben und eine rein vegetarische Gastronomie. Doch bevor das Bad im Mai kommenden Jahres den Betrieb wiederaufnimmt, muss unter anderem die Abwasseranlage erneuert werden.

Stand: 08/2020

Seit 2016 ist das Strandbad Tegel geschlossen und rottet vor sich hin. Nun berichtete der Tagesspiegel, dass trotzdem Leute rein gehen, verbotenerweise, durch ein Loch im Zaun - um dort zu baden. Stimmt das? rbb 88.8-Reporter Hendrik Schröder hat sich im Juli 2020 umgesehen:

Also aktuell sehe ich keine illegalen Badegäste, aber das Loch im Zaun habe ich gefunden und gemessen an dem Müll der da rumliegt und einigen alten Handtüchern - gehe ich davon aus, dass das stimmt. Die frei zugänglichen Badestellen links und rechts sind gerade in Corona Zeiten, wo vieel zu Hause bleiben oft überfüllt - und dann hat man da diese riesige Fläche altes Strandbad. Das ist zwar total verwahrlost, aber die Rutschen und Sprungtürme stehen noch im Wasser und da denken manche: rein da! Auch wenn es verboten ist und auch nen Bußgeld kostet, wenn man erwischt wird.

Vor vier Jahren musste das Bad ja schließen, weil die neuen EU Umweltauflagen nicht mehr eingehalten werden konnten, die Wasserrohre wurde mit Beton vollgefüllt, weil das hier Trinkwasserschutzgebiet ist - und jeder Versuch williger Pächter ist seitdem an Behördenhickhack und eben den hohen Sanierungskosten gescheitert. Die Berliner Bäder Betriebe dürfen es nach einem Senatsbeschluss nicht betreiben, die müssen ihre Kohle für die Hallenbäder ausgeben, weil die zur sog. Daseinsvorsorge gehören, Strandbäder aber nicht. Es gab Ideen hier mit Dixie Klos und ohne Duschen und Gastronomie irgendwie einen Betrieb hinzubekommen, aber die Berliner Bäder Betriebe haben mir gesagt: Keine Chance, den aktuellen Hygiene - und Umweltauflagen so improvisiert gerecht zu werden. jetzt gibt es allerdings noch eine Hoffnung: Ein Verein aus Moabit hat den Zuschlag in einem sogenannten Interessebkundungsverfahren bekommen. Wenn dieser Verein entweder Gelder zusammenbekommt für die teure Sanierung - oder der Senat mit einspringt - oder es doch noch einen improvisierten Betrieb geben darf, dann könnte das Strandbad wieder öffnen. Das ist aber alles noch total in der Schwebe und wird verhandelt.

Stand: 07/2020

Idyllische Lage mit weißem Sandstrand

Das Strandbad Tegel liegt am Westufer des Tegeler Sees im Tegeler Forst, gegenüber der Insel Lindwerder und zwischen der halbinsel Reiherwerder im Norden und Tegelort im Süden. 1933 wurde das Sommerbad wurde nach Aufschüttung eines Sandstrandes 1933 eröffnet und wird, bei zwischenzeitlicher Verpachtung, seit 1996 von den Berliner Bäder-Betrieben (BBB) verwaltet.

Der rund 500 Meter lange, weiße Sandstrand verfügt über einen separaten FKK-Abschnitt. Im Wasserbereich gibt es Rutschen, eine Bade-Insel und einen Sprungturm mit 1-Meter- und 3-Meter-Plattformen. Man fühlt sich ein bisschen wie an der Ostsee.

Bis zu 2000 Besucher strömen während der Saison täglich ins Strandbad.  

Sanierung zu teurer?

Es gibt wohl mindestens drei potenzielle Pächter-Bewerber, über deren Pläne ist aber nichts bekannt. Kritiker befürchten, dass sich kein Pächter findet, da die Rahmenbedingungen schlecht seien.

Erstens, werden allein die Kosten für die Sanierung der Leitungen auf zwei Millionen Euro geschätzt. Das Land, bzw. die Bäderbetriebe wollen das Geld nicht aufbringen. Zweitens:  Erweiterungsbauten sind nicht möglich, weil das Strandbad in einer Naturschutzzone liegt. Und Drittens: die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist unzureichend. Besucher müssen einen Fußweg durch den Wald nehmen um Baden zu gehen.


Damit ist die Zukunft eines der ältesten Strandbäder Berlins weiterhin unklar. Das Strandbad ist wunderschön gelegen am Tegeler Forst und hat einen herrlichem Blick auf die Inseln Lindwerder und die Schulinsel Scharfenberg.

Es bietet einen schönen 400-500 Meter langen Sandstrand und Liegeweisen unter Kiefern. Im Wasser steht eine Badeinsel mit Wasserrutsche und es gibt einen FKK Badestrand und Strandkörbe.

Stand: 25.09.2016