Die Tür des leerstehenden Wohnhauses in der Stubenrauchstraße Ecke Odenwaldstraße in Berlin-Friedenau ist vernagelt (Bild: imago/Schoening)
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- Das "Geisterhaus" in Friedenau

Das Verwaltungsgericht hat eine Berliner Hauseigentümerin dazu verurteilt, ihr seit Jahren leerstehendes Mietshaus in der Schmarjestraße 14 wieder bewohnbar zu machen. Auch dass der Bezirk ein Zwangsgeld verhängt hatte, sei in Ordnung, urteilten die Richter.

111 Jahre alt, steht seit sechs Jahren leer.

Die kinderlosen Besitzer sind Ende der 80er Jahre gestorben, sie vermachten das Objekt dem Bezirk mit der Auflage, dort eine soziale Einrichtung unterzubringen.

Daraufhin zog eine alternative Kita ein, die bis 2012 in dem Gebäude blieb und es dann räumen musste. Grund war ein Streit über das Mietverhältnis und die Höhe der Miete. Zuvor hatte der Bezirk zu einem Dumpingpreis einen Teil des Grundstücks an einen Nachbarn verkauft, Korruptionsvorwürfe kamen auf.

Nach einem Vergleich vor dem Oberverwaltungsgericht musste die Kita vor sechs Jahren ausziehen, seitdem steht das Gebäude leer und verfällt. Die Denkmalschutzauflagen sind sehr hoch, das macht eine neue Nutzung schwierig.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hatte der Eigentümerin vor vier Jahren ein Zwangsgeld von 5.000 Euro angedroht, sollte sie das Haus nicht sanieren und die Wohnungen wieder bewohnbar machen. Die Eigentümerin klagte daraufhin gegen das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Die Instandsetzung sei ihr nicht zuzumuten.

Leerstand und Verfall seit 20 Jahren

16 Wohnungen hat das 1897 erbaute Haus an der Odenwaldstraße in Berlin-Friedenau. Seit 20 Jahren verfällt es, 2010 zog der letzte Bewohner aus. Es wird gemutmaßt, dass sich neben Dach- und Kellerschäden auch der Schwamm in tragenden Elementen verbreitet haben könnte.

Doch ein umfassendes Gutachten über eingetretene Schäden gibt es bis heute nicht, auch wenn die Bauaufsicht Mitte 2017 das Mietshaus mit der Eigentümerin besichtigte. Die fünf Richter hätten im Verfahren auch die Bauakten aus der Entstehungsphase des Hauses studiert und seien von den farbigen Zeichnungen der Architekten fasziniert gewesen, hieß es im Prozess. Es sei "ein schönes, altes Haus".

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