Ehemaliges Institut für Anatomie an der FU Berlin (Foto: Miriam Keuter / rbb 88.8)
Bild: Miriam Keuter / rbb 88.8

Steglitz-Zehlendorf - Das ehemalige Institut für Anatomie der Freien Universität Berlin

Discounter oder Eigentumswohnungen? Über die Nutzung des Geländes ist zwischen ALDI und dem Bezirk ein Streit entbrannt. Noch immer konnten sich beide Seiten nicht einigen.

Bau des Gebäudes
1929 errichtete Ernst Huntemüller in der Königin-Luise-Straße in Dahlem das heutige Gebäude des Instituts für Anatomie der Freien Universität Berlin (FU).

Nachkriegszeit
1948 gründete sich im amerikanischen Sektor mit einem Neubau die Freie Universität und hielt somit gleich zwei medizinische Fakultäten. 1949 eröffnete man das Gebäude als Anatomisches Institut. In den oberen Etagen befanden sich die Hörsäle, Laboratorien und Büros im Keller die Seziertische und Kühlkammern.

Ehemaliges Haus der Anatomie der FU (Foto: radioBERLIN 88,8)

Die Fusion
Im Jahre 2003 fusionierten die Einrichtungen der medizinischen Fakultäten der Freien und der Humboldt-Universität zur „Charité – Universitätsmedizin Berlin“. Im Zuge dieser Fusion wurde das Institutsgebäude 2005 geschlossen und Forschung und Lehre in die Anatomie an den Campus Mitte verlagert.

2008 kaufte ALDI das Gelände, um ein Einkaufzentrum zu errichten. Der Kern sollte ein großzügiger Discounter-Markt sein. Als 2010 konkrete Planungen bekannt wurden, machte der Bezirk den Planern einen Strich durch die Rechnung und untersagte dem Investor die Genehmigung. Beide Parteien zogen vor Gericht. 2012 scheiterte das Unternehmen vor dem Verwaltungsgericht. 2014 bestätigte das Oberverwaltungsgericht das Urteil.

 

Ehemaliges Haus der Anatomie der FU (Foto: radioBERLIN 88,8)

Stand der Dinge
Seit mehr als zehn Jahren wird das Gebäude nicht mehr genutzt, es verfällt mehr und mehr. Das ehemalige Institut gilt bei Fotografen als „lost place“ – aufgrund des morbiden Charmes eignet sich das Gelände hervorragend zum Fotografieren, was offiziell natürlich verboten ist.

Was passiert jetzt?
ALDI teilt schriftlich mit, dass man in Kontakt mit dem Bezirk stehe, ein Verkauf aber nicht geplant sei. Der Bezirk will definitiv keinen Discounter und wünscht sich Eigentumswohnungen auf dem Gelände. Wenn ALDI allerdings nicht bereit ist zu verkaufen, bleibt das ehemalige Anatomie-Institut ein Bauzombie. Aus dem Bezirk heißt es dazu: „Da sind wir machtlos“.


Adresse

Königin-Luise-Straße 15
14195 Berlin

Stand: 12.03.2019

Weitere Bauzombies in unserer Stadt

RSS-Feed
  • Fassade des ehemaligen Stadtbades im Wedding (Foto: imago/STPP)
    imago stock&people

    Das ehemalige Stadtbad Wedding

    Vom Stadtbad zur Eventlocation: Das Gelände des ehemaligen Stadtbades hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Jetzt gibt es neue Pläne für das Areal.

  • Aussenfassade des Hotels am Tegler See (Foto: Doris Anselm / radioBERLIN 88,8)
    Doris Anselm / radioBERLIN 88,8

    Hotel am Tegeler See

    Der Hotelbau aus den 70er Jahren befindet sich eigentlich in Toplage direkt am See. Doch Gäste kommen hier schon lange nicht mehr her. Ein potentieller Investor ist in einen Rechtsstreit mit den Anwohnern geraten. Jetzt hat der Bezirksbürgermeister von Reinickendorf, Frank Balzer, eine Informationsoffensive gestartet.

  • Im Strandbad Tegel fürht ein Holzsteg mit blauem Geländer in den See (Foto: imago/Götz Schleser)
    imago/Götz Schleser

    Strandbad Tegel

    Seit Jahren wird hier nicht mehr investiert. Die Gastronomie ist nicht nutzbar sowie die Sanitärbereiche und Rohre veraltet. Die Berliner Bäder-Betriebe sehen sich aber nicht in der Lage die dringend notwendigen Investitionen zu stemmen.

  • Aussenfassade des Lokals Entenkeller (Foto: radioBERLIN 88,8/Miriam Keuter)
    radioBERLIN 88,8/Miriam Keuter

    Das ehemalige Restaurant "Entenkeller"

    Das Restaurant im Norden Berlins war schon immer ein beliebter Ausflugsort. Doch seit 2012 steht das Gebäude leer und verfällt. Jetzt soll es einen Neustart an der Oranienburger Chaussee in Frohnau geben.

  • Wasserwerk am Riemeisterfenn brennt (Foto: Raphael Knop / radioBERLIN 88,8)
    Raphael Knop / radioBERLIN 88,8

    Das alte Wasserwerk Riemeisterfenn

    Spätestens in drei Jahren sollte das ehemalige Wasserwerk abgerissen werden. Am späten Mittwochabend ist das Reetdach des Gebäudes aber in Flammen aufgegangen.

  • v_include_beitrag

  • Wasserturm am Ostkreuz

    Er ist eines der Wahrzeichen von Friedrichshain. Besitzer Uwe Fabich hat noch keine konkreten Pläne für eine Nutzung des 59 Meter hohen Turms.

  • Aussenfassade des Hansa-Theaters in Moabit (Foto: Miriam Keuter / rbb)
    Miriam Keuter / rbb

    Hansa Theater

    2009 fiel der letzte Vorhang in dem Traditionshaus, das sich im Hinterhof eines Mietshauses befindet. Die Verhandlungen mit dem Bauamt über die Zukunft des Gebäudes laufen.

  • Ein Eckhaus in der Hasenheid
    radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm

    Das „Geisterhaus“ vom Hermannplatz

    Seit 2012 steht das ehemalige Wohnhaus am Hermannplatz leer. Jetzt gibt es Pläne für eine erneute Nutzung des Hauses.

  • Standort der ehemaligen Alten Post in Spandau (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
    radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

    Alte Post in Spandau

    Trotz bester Lage zwischen Altstadt, Bahnhof und Havel wurde das ehemalige Hauptpostamt 2017 endgültig abgerissen. Jetzt steht die Zukunft des Geländes fest.

  • Das ehemalige Sporthotel und Kongresszentrum im Sportforum Hohenschönhausen ist eine Ruine; Foto: imago/Kai Horstmann
    Foto: imago/Kai Horstmann

    Sporthotel Hohenschönhausen

    Das einstige DDR-Vorzeigeprojekt wurde zum Zankapfel zwischen Bezirk und Investor und nun gammelt das Sport- und Kongresszentrum weiter vor sich hin. Jetzt gibt es Pläne für den Bau von Büros, Wohnungen und einem Hotel. 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen.

  • Eine Kuppel der ehemaligen Abhörstation der NSA ist am 01.07.2013 in Berlin auf dem Teufelsberg zu sehen. Bis 1992 hörte der amerikanische Geheimdienst NSA von dort aus den Funk-und Telefonverkehr im Osten ab. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

    Ehemalige Abhörstation auf dem Teufelsberg

    Von hier belauschten Amerikaner und Briten bis zur Wiedervereinigung den Ost-Block. Das Land Berlin möchte dort ein Ausflugslokal und ein Spionagemuseum errichten.

  • Bauzombie Buckower Chaussee (Foto: radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm)
    radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm

    Die ehemalige Raketenfabrik

    Ganz in der Nähe des S-Bahnhof Buckower Chaussee verbirgt sich ein Gebäude mit einer bewegten Geschichte. Unter anderem wurden hier einst ferngesteuerte Lenkbomben und Raketen für die Deutsche Luftwaffe gebaut.

  • Das Areal des Funkhauses Berlin in der Nalepastraße in Berlin. (Foto: dpa-Bildfunk)

    Das ehemalige DDR-Rundfunkhaus in der Nalepastraße

    Früher war es das Zentrum des DDR–Rundfunks, verstummte nach der Wende und versank in einen Dornröschenschlaf. Doch jetzt brummt das alte Funkhaus wieder.

  • Pflegeheim Volkradstrasse (Foto: Miriam Keuter / radioBERLIN 88,8)

    Ehemaliges Altenheim in der Volkradstraße

    Seit 15 Jahren das Gebäude eines ehemaligen Pflegeheims leer. Auf dem Gelände sollen nun ein Studentenwohnheim entstehen.

  • Hubertusbad Stadtbad Lichtenberg Bild: radioBERLIN 88,8 / André Noll
    radioBERLIN 88,8 / André Noll

    Das Hubertusbad in Lichtenberg

    1928 eröffnete die Bade- und Schwimmanstalt. Seit 1991 ist das Bad wegen Baumängeln und fehlendem Geld geschlossen.

  • Bauzombie Rathenower Straße 16 (Foto: rbb 88.8/Miriam Keuter)
    rbb 88.8/Miriam Keuter

    Rathenower Straße 16 in Moabit

    Seit mehreren Jahren stehen die Gebäude hier leer. Doch es tut sich was. Das Quartier an der Rathenower Straße wird zu einem Standort für Soziales und Kultur, Leben und Wohnen entwickelt. Ab 2023 sollen unter anderem 80 neue Wohnungen bezugsfertig sein.

  • Ehemallges Schweinestall-Gelände in der Schönlinder Straße
    Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

    Ehemalige Schweineställe in Pankow

    In der Schönerlinder Straße liegt ein ehemaliger Bauernhof mit Schweine- und Viehställen, versteckt hinter Bäumen und Sträuchern.

  • Bauzombie Kriegsruine Beymestraße; rote Backsteinruine ohne Dach; Foto: Matthias Bartsch/radioBERLIN 88,8
    Foto: Matthias Bartsch/radioBERLIN 88,8

    Steglitz 

    Kriegsruine Beymestraße

    Ein roter Backsteinbau, durch die leeren Fenster sieht man den Himmel. Efeu rankt an den Mauern wie bei einem verwunschenen Schloss. 

  • rbb 88.8/Lisa Steger

    Olympisches Dorf

    In Elstal, knapp 20 Kilometer westlich des Olympiastadions, liegt das ehemalige Olympische Dorf, errichtet zu den Sommerspielen 1936. Dort enstehen zur Zeit auf 55 Hektar Fläche Häuser und Wohnungen für bis zu 3.000 Menschen. Am Freitag wurde der erste von drei Bauabschnitten eingeweiht.