Vor den Überresten der Teufelsbrücke in Wannsee liegen Sandsäcke (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
Bild: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

- Die Teufelsbrücke in Wannsee

Abriss und Neubau oder Sanierung der alten Bausubstanz? Zwischen Senat und Landesdenkmalamt gibt es unterschiedliche Ansichten zur Zukunft der Teufelsbrücke im Volkspark Klein-Glienicke.

Eingezäunt ist das Bauwerk, das bröckelt und aussieht wie ein hohler Zahn. Zwischen Unkraut, Zementsäcken und einer Baugrube ist die Baustelle seit zwei Jahren verlassen.

Was war geschehen?
Oktober 2009 stürzte der zentrale Mittelpfeiler bei einem Unwetter ein. Das Fundament war schon über Jahre unterspült worden. Für Brückenbauwerke ab 1,5 Metern ist die Senatsverkehrsverwaltung zuständig. Die gab 2013 den Auftrag zur Brücken-Rekonstruktion an ein Ingenieurbüro. Nachdem die Brücke aber als zu marode eingestuft worden ist, wurden alle Arbeiten eingestellt.

Was soll jetzt passieren?
Der Senat will die Reste der Brücke abreißen und dann wieder originalgetreu aufbauen lassen. Aber das Landesdenkmalamt hat andere Pläne. Nach seiner Vorstellung soll die  alte Substanz gerettet und in den Wiederaufbau integriert werden. Derzeit wird nach Experten gesucht, die die Pläne des Landesdenkmalamtes auf Durchführbarkeit prüfen sollen.

Mittlerweile gehört die Brücke zum Unesco-Weltkulturerbe.

Die Geschichte der Brücke

1838 wurde die Brücke von Prinz Carl von Preußen als romantisches Accessoire für seinen Sommersitz in Auftrag gegeben. Sie wurde von Architekt Ludwig Persius geplant und über einen künstlich angelegten Wasserfall errichtet.

Damals galt es als modern Bauwerke künstlich auf alt zu machen. Deshalb sah die Brücke aus wie eine Ruine mit Stützpfeilern aus Holz. Die Teufelsbrücke befindet sich zwischen Moorlake und Schloss Glienicke.

1935 wurde sie durch die Nationalsozialisten umgestaltet. Die Holzbalken wurden zurückgebaut und der Brücke wurde ein nüchternes Aussehen verpasst. So blieb sie bis 1992. Dann wurde sie wieder nach historischem Vorbild hergestellt.

Stand: 07. März 2018


 

Das könnte Sie auch interessieren

Innenaufnahme des Stadtbads Steglitz (Foto: radioBERLIN 88,8)
radioBERLIN 88,8

Stadtbad Steglitz

1908 eröffnet war das Stadtbad Steglitz zu seiner Zeit ein hochmodernes Haus. Doch seit 2014 steht es leer.

Die Ehemalige Polizeikaserne in Pankow (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

Ehemalige Kaserne der Volkspolizei in Pankow

Seit 2009 steht der Komplex am Blankenburger Pflasterweg leer. Eingeworfene Scheiben, verrottete Gebäude: Das Areal sieht katastrophal aus. Pläne sehen aber vor, dass hier ein neues Wohnquartiert „Blankenbürger Süden“ entstehen soll.

Prälat Schöneberg (Foto: radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm)
radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm

Prälat Schöneberg

Bis zum Bau des Palais am Funkturm war der 12.000 m² große Prälat das beliebteste Tanzlokal der West-Berliner. Doch seit 1987 steht das Gebäude leer und nur die beiden denkmalgeschützten Säle (Wappensaal und Kronensaal) sind noch erhalten.