Ehemaliges russisches Generalkonsulat (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter
Bild: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

Dahlem - Ehemaliges sowjetisches Generalkonsulat in Dahlem

Seit 27 Jahren steht das Grundstück von über 2000 m² leer. Pläne für einen Verkauf oder eine erneute Nutzung des Geländes gibt es nicht.

Politisches Gerangel

Der letzte Mieter war der sowjetische Generalkonsul Scharkow mit seinen Angestellten. Seit Mai 1973 wurde in der Villa gearbeitet.  Hier waren das Außenhandelsbüro, Visastelle und die Filialen der Intourist und der Aeroflot.

Bevor der Konsul seinen Stuhl übernahm, gab es ein langes Tauziehen und peinliches Machtgerangel. Hintergrund war der Status „West-Berlins“. Die Sowjets wollten dass ihr Generalkonsul mit großen Ehren am Bahnhof  Zoo empfangen wird. Der Berliner Senat lehnte ab mit der Begründung, dies sei bei keinem Konsul üblich. Die Sowjets wollten so vermeiden, dass Scharkow unter bundesdeutscher Flagge im Rathaus Schöneberg begrüßt wird.

Eine Außenstelle des KGB?

Der Generalkonsul hatte nur konsularische Befugnisse. Er durfte nicht einmal diplomatische Amtshandlungen vornehmen. Das war eigentlich nach dem Wiener Übereinkommen möglich. Von den Konsulatsangehörigen waren einige als Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes bekannt.

Die Zukunft? Leerstand!

Seit der Wiedervereinigung steht das Gebäude leer. Der große Garten verwildert. Eigentümer ist die russische Föderation. Pläne es wieder zu nutzen gibt es nicht, heißt es aus Anfrage von der russischen Botschaft. Und auch ein Verkauf sei nicht geplant. Der Bau werde aber instand gehalten und gegebenenfalls auch saniert.

Das könnte Sie auch interessieren

Die ehemailge Oberfinanzdirektion an der Ekche Warschauer Straße/Frankfurter Allee (Foto: radioBERLIN 88,8)

Die ehemalige Oberfinanzdirektion

An der Ecke Frankfurter Tor/Warschauer Straße steht schon seit Jahren ein riesiges Bürogebäude leer. Jetzt entstehen dort Studentenwohnungen.

Steglitzer „Bierpinsel“

Die futuristische Architektur, ein Klassiker der 70er Jahre, soll an einen Baum erinnern und den Charakter der Hochstraße über die Tiburtiusbrücke zur Stadtautobahn mildern.

Vor den Überresten der Teufelsbrücke in Wannsee liegen Sandsäcke (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

Die Teufelsbrücke in Wannsee

Abriss und Neubau oder Sanierung der alten Bausubstanz? Zwischen Senat und Landesdenkmalamt gibt es unterschiedliche Ansichten zur Zukunft der Teufelsbrücke im Volkspark Klein-Glienicke.

ICC Berlin (Foto: imago/Metodi Popow)
imago/Metodi Popow

ICC Berlin

Was wird aus dem ehemaligen Kongresszentrum? Die europaweite Ausschreibung für Investoren ist beendet und 13 Interessenten haben sich gemeldet. Jetzt prüft der Senat die Investoren-Ideen.

Haus am Köllnischen Park eingrüstet; Foto: radioBERLIN/Miriam Keuter
imago/Bernd Friedel

Haus am Köllnischen Park

Was passiert mit dem denkmalgeschützten Klinkerbau im Stil des Expressionismus? Einst AOK-Verwaltung, dann Parteihochschule, dann wieder im Besitz der AOK. Bis 2018 sollen Eigentumswohnungen mit "Lebensgefühl und Großzügigkeit" entstehen.