Aussenfassade der McNair Barracks in Berlin (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
Bild: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

- McNair Barracks

Was wird aus dem ehemaligen Hauptquartier der Berlin Brigade? Senat und Bezirk sind in einen Streit geraten und haben unterschiedliche Pläne für das Areal.

Geschichte

Der weiträumige Industriekomplex der ehemaligen Telefunken-Werke wurde 1945-94 von den US-amerikanischen Streitkräften als Hauptquartier und Kaserne genutzt. 1903 gründeten die auf dem Gebiet der drahtlosen Nachrichtenübermittlung führenden deutschen Elektrokonzerne, die AEG (Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft) und Siemens & Halske die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie (System Telefunken). Ziel war es, auf dem Gebiet der Schifffahrt, des Militärs und der interkontinentalen Nachrichtenübermittlung gemeinsam zu agieren.

1945 wurden die Gebäude neben den Andrews Barracks (Hauptkadettenanstalt) und den Roosevelt Barracks (Garde-Schützen-Kaserne) zum dritten großen Kasernenstandort der US-Streitkräfte in Berlin. Ihren Namen erhielten sie nach dem US-amerikanischen Generalleutnant Lesley J. McNair, der am 25. Juli bei der Schlacht in der Normandie ums Leben kam.

Zukunftspläne

Doch was soll nun aus den alten Gebäuden werden? Der Bezirk möchte eine Schule und eine neue Sporthalle bauen. Auf Seiten des Senats ist man aber für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Bei diesem Streit sitzt der Senat am längeren Hebel. Er wirft dem Bezirk vor es versäumt zu haben, fristgerecht eine Ausweichmöglichkeit für eine Flüchtlingsunterkunft zu benennen.

Dieser wiederum wirft dem Senat vor, sich bereits vor vier Jahren um das Gelände bemüht zu haben. Auf diese Anfrage hat der Senat aber nicht reagiert. Somit gibt es in diesem Streit erst einmal verhärtete Fronten.

Zugewucherte Wege, heruntergerockte Gebäude: Egal für welchen Plan man sich am Ende entscheidet, viel zu tun gibt es in der Zukunft auf jeden Fall.  

Stand: 18.09.2018







 

Das könnte Sie auch interessieren

Aussenansicht des Baerwaldbades in Kreuzberg (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

Baerwaldbad in Kreuzberg

Seit 2015 liegt das 1901 eröffnete Bad im Dornröschenschlaf. Doch jetzt scheint eine Neueröffnung in naher Zukunft möglich.

Wikimedia/CC/Michael G. Schroeder

Lichtenberg - Ehemalige Liegenschaft der UDSSR

Mitten in einem Wohngebiet steht ein Gebäude, dass vollkommen gerunter gekommen ist. Der Eigentümer, die russische Föderation, möchte aber kein Geld für das Gebäude, sondern es lieber gegen eine andere Immobilie in Berlin tauschen.  

Ehemaliger Milchhof in Heinersdorf

Zu DDR-Zeiten wurde hier Ost-Berlin mit Milch versorgt. Nach der Wende formierte sich die Emzett-Molkerei, eine Produktionsstätte der Meierei-Zentrale. Jedoch kam am 30. September 1996 die Schliessung.

Aussenfassade des Hansa-Theaters in Moabit (Foto: Miriam Keuter / rbb)
Miriam Keuter / rbb

Hansa Theater

2009 fiel der letzte Vorhang in dem Traditionshaus, das sich im Hinterhof eines Mietshauses befindet. Die Verhandlungen mit dem Bauamt über die Zukunft des Gebäudes laufen.

Bauruinen der DEGUFA; Foto: Doris Anselm, radioBERLIN 88,8
Foto: Doris Anselm, radioBERLIN 88,8

Gummifabrik DEGUFA

Die Gebäude der alten Gummiwarenfabrik sind nicht zu retten. Nach einem Abriss sollen dort Wohnungen entstehen. Doch wie sieht es mit den Altlasten aus?