Prälat Schöneberg (Foto: radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm)
Foto: radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm | Bild: radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm

- Prälat Schöneberg

Bis zum Bau des Palais am Funkturm war der 12.000 m² große Prälat das beliebteste Tanzlokal der West-Berliner. Doch seit 1987 steht das Gebäude leer und nur die beiden denkmalgeschützten Säle (Wappensaal und Kronensaal) sind noch erhalten.

Geschichte

Der Prälat Schöneberg wurde 1937 von William Dunkel als Veranstaltungsgebäude gebaut. An seiner Stelle stand vorher die Gaststätte „Dorfschenke“ mit großem Biergarten der bis 1920 eigenständigen Stadt Schöneberg, gegenüber der Dorfkirche Schöneberg und neben den luxuriösen Villen der durch Grundstücksspekulationen infolge der Gründerjahre reich gewordenen örtlichen „Millionenbauern“.

Im Jahr 1938 wurde der 12.000 m² große Prälat als zentraler Veranstaltungsort überwiegend für Bälle eröffnet. Die Gäste hatten hier die Wahl zwischen diversen Sälen mit verschiedenen Kapellen und Musikrichtungen, dazu Bars und Esslokale.

Beliebt und vielseitig nutzbar

Der Prälat war seinerzeit sehr beliebt, weil verkehrsgünstig und viele Parkplätze und zivile Preise, die Kellner aber waren teilweise furchtbar. Der Berliner Presseball, das gesellschaftliche Ereignis des Jahres, fand hier jährlich statt. Außerdem wurde das Gebäude als Ort für Kongresse und Konzertveranstaltungen genutzt. In den 1970er Jahren wurden der Wappensaal aus den 1930er Jahren sowie der Marmor-Kronen-Bankettsaal aus den 1950er Jahren unter Denkmalschutz gestellt.

Supermarkt und Seniorenheim

Seit 2004 ist die Schwarz-Gruppe Eigentümerin des Grundstücks. Die gesamte Vorderfront des Gebäudes sowie das zweigeschossige Parkhaus (111 Stellplätze) auf der linken Seite und der Parkplatz (ca. 50 Stellplätze) wurden im Jahr 2007 abgerissen. Die im hinteren Bereich des Grundstücks befindlichen und unter Denkmalschutz stehenden Säle wurden erhalten. Auf dem Gelände sind zwischenzeitlich ein Supermarkt und ein Seniorenheim entstanden.

Stand: 10.12.2016

Das könnte Sie auch interessieren

Wasserturm am Ostkreuz

Er ist eines der Wahrzeichen von Friedrichshain. Besitzer Uwe Fabich hat noch keine konkreten Pläne für eine Nutzung des 59 Meter hohen Turms.

Raststätte Dreilinden mit blauem Turm; Foto: imago/Schöning
imago/Schöning

Raststätte Dreilinden

Auf dem Weg nach Süden oder Westen ließ man das prägnant bunte Bauwerk rechts liegen. Doch die Raststätte besuchte kaum jemand. Seit über zehn Jahren steht das Gebäude leer.

Aussenfoto des Eierhäuschens im Plänterwald (Foto: imago/Schöning)
Foto: imago/Schöning

Eierhäuschen Plänterwald

Bis in die 1970er Jahre war das Eierhäuschen eines der beliebtesten Ausflugsziele im Norden Treptows. 1991 wurde das Lokal mit der Abwicklung des Spreeparks geschlossen.

Ex BND Villa in Zehlendorf (Foto: Miriam Keuter / rbb 88.8)
Miriam Keuter / rbb 88.8

Die ehemalige BND-Villa

14 Zimmer, große Auffahrt, riesiger Garten: Die Villa des letzten BND-Präsidenten steht seit sieben Jahren leer. Jetzt könnte Berlin das Haus kaufen.

Cuvrybrache; Foto: imago/PEMAX
imago stock&people

Cuvrybrache

20 Jahre Streit - 20 Jahre Hin und Her. Berlins bekannteste Brache soll nun doch noch bebaut werdenn Aus der Cuvry Brache wird der "Cuvry Campus“ mit Gewerbe, Büros, Restaurants und Supermarkt. Wohnungen sieht der alte Bebauungsplan nicht vor.