Aussenansicht des alten Funkhauses in Grünau (Foto: rbb 88.8 / Miriam Keuter)
Bild: rbb 88.8 / Miriam Keuter

- Funkhaus Grünau

Die beeindruckende Villa, erbaut Ende der 1920er Jahre im Stil des Backstein Expressionismus, wurde von 1947 bis 1956 vom staatlichen Rundfunk der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR als Funkhaus genutzt. Seit 2013 steht das Gebäude leer.

Gedacht als Boots- und Sportshaus mit Turnhalle im 3. Stock und einem großem Saal. Unten standen die Boote. Das oberste, 4. Geschoss wird von einer Galerie aus Holz umlaufen. Von dort hat man einen freien Blick auf die Dahme und die Regattastrecke.

Eigentümer waren in den Anfangsjahren Bankiers. Dann wurde die Villa von den Nazis konfisziert und stand als Reserve Lazarett bereit. Nach 1945 machten die Sowjets aus dem Gebäude ein Funkhaus. Hier saß u.a. eine Redaktion des Berliner Rundfunks, der bis dahin noch in der britisch besetzten Zone im Haus des Rundfunks seinen Sitz hatte. Wegen der schlechten akustischen Bedingungen in der Villa in Grünau zog man aber schnell an die Nalepastraße. Zuletzt wurde das Funkhaus von Künstlern genutzt, die mussten 2013 ausziehen.

Gegen den Verfall

Der Verein "Zukunft in Grünau" kämpft gegen den Verfall. Die Initiatoren haben am Bauzaun vor der Villa ein Transparent angebracht: "Der Eigentümer kümmert sich nicht um den Erhalt. 12 Jahre Vernachlässigung und Spekulation müssen sofort ein Ende haben". Die EHP hatte das Funkhaus 2008 für 655.000 Euro ersteigert. Seitdem tat sich nicht mehr viel auf dem Gelände.

Keine Verkufspläne des Eigentümers

Der Eigentümer sagte, er wolle das Grundstück derzeit nicht verkaufen. Was er damit aber vor hat ist weiter unbekannt. Das Bezirksamt Treptow Köpenick teilte auf Nachfrage mit, das Gebäude verfalle nicht. Es werde gesichert und regelmäßig auch in Anwesenheit der Unteren Denkmalschutzbehörde überprüft.

Es hatte immer wieder Meldungen über Schäden gegeben. Unter anderem soll erst im Oktober 2020 der Keller unter Wasser gestanden haben. Vor Ort sieht man, dass die Fenster überwiegend kaputt und notdürftig mit Plastikplane abgedichtet sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Aussenansicht der Ernst Noelle Villa (Foto: Matthias Bartsch / radioBERLIN 88,8)
Matthias Bartsch / radioBERLIN 88,8

Ernst Noelle Villa

Seit ca. zehn Jahren steht die denkmalgeschützte Villa Noelle an der Winkler Straße 10 in Grunewald leer. Unser Reporter hat nachgefragt, ob es Pläne für das Haus gibt.

Eingang zum Wernerbad ein Mahlsdorf, Foto: Doris Anselm (radioBERLIN 88,8)

Das Wernerbad in Mahlsdorf

1905 eröffnet und 2002 aus hygienischen Gründen geschlossen fristet das ehemalige Lieblingsbad vieler Mahlsdorfer ein tristes Dasein.

Aussenaufnahme des Stellwerks Moabit (Foto: radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter)
radioBERLIN 88,8 / Miriam Keuter

Stellwerkturm Moabit

Das Gebäude auf dem historischen Güterbahnhof Moabit hat eine lange Geschichte. Doch aktuelle Pläne zur Neunutzung des Turms gibt es nicht.

Ehemaliger Milchhof in Heinersdorf

Zu DDR-Zeiten wurde hier Ost-Berlin mit Milch versorgt. Nach der Wende formierte sich die Emzett-Molkerei, eine Produktionsstätte der Meierei-Zentrale. Jedoch kam am 30. September 1996 die Schliessung.