Der Müggelturm in Berlin (Foto: Miriam Keuter / radioBERLIN 88,8)
Foto: Miriam Keuter / radioBERLIN 88,8 | Bild: Miriam Keuter / radioBERLIN 88,8

- Müggelturm

Funkturm, militärischer Beobachtungsposten und Ausflugslokal: Der Turm auf der mit 111,47 Metern Höhe höchsten natürlichen Erhöhung Berlins hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Jetzt scheint die Genehmigung für eine Gastronomie auf dem Gelände in greifbarer Nähe zu liegen.

Die Vorgeschichte

Im Jahr 1924 erwarb der Baumeister Walter Wichelhaus den Turm und nahm in den folgenden Jahren bauliche Veränderungen auf dem Kleinen Müggelberg vor. Er ließ einige Gebäude errichten, die ein neues Restaurant, eine Küche und eine Wohnung für seine Familie beinhalteten

Im Jahr 1945, als sich die sowjetische Armee Berlin näherte, wurde der Turm zum militärischen Objekt erklärt und diente als Funkturm zum Zwecke der Nachrichtenübermittlung sowie für die Artillerie als Beobachtungsposten.

Nach dem Krieg wurde wieder eine Gaststätte für Besucher eingerichtet und 1953 übernahm die HO Köpenick den Betrieb des Müggelturmareals. Im Januar 1957 wurde der Müggelturm wegen Baufälligkeit gesperrt und im Februar 1957 beschloss der Berliner Magistrat, dem Turm durch ein neues Fundament und den Einbau einer Stahlfachwerkkonstruktion neue Stabilität zu verleihen

Blick bis an die Grenze des Spreewalds

Seit Mai 2014 ist Matthias Große neuer Eigentümer der Immobilie. Er verpflichtete sich auch dazu, den fast 30 Meter hohen Turm zugänglich zu machen. Besucher können an 365 Tagen im Jahr von 10 bis 18 Uhr die 126 Stufen erklimmen. Bei gutem Wetter reicht der Blick von der 1961 errichteten Plattform bis in die Berliner Stadtmitte oder bis zum 60 Kilometer entfernten Tropical Islands an der Grenze zum Spreewald.

Aktueller Stand

Vor zwei Jahren sagte Große: der Turm und die angeschlossene Gastronomie solle in einem Jahr fertig sein. Jetzt sind zwei Jahre vergangen. Investor Matthias Große hat das Untergeschoss herrichten lassen.

In der Gaststätte stehen jetzt 110 Plätze zur Verfügung, in der Silvesternacht gab es hier bereits die erste Feier mit Ausnahmegenehmigung. Das Baugenehmigungsverfahren soll bald abgeschlossen werden.

Laut Baustadtrat Rainer Hölmer soll die fehlende Genehmigung im Laufe des Februars 2017 vorliegen. Einer Öffnung der Gastonomie sollte dann nichts mehr im Weg stehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Aussenfassade des Hauses Julius Pintsch AG in Friedrichshain (Foto: rbb 88.8 / Miriam Keuter)
rbb 88.8 / Miriam Keuter

Die Ruine der Julius Pintsch AG

Im denkmalgeschützten Haus in der Andreasstraße wurden einst Gasmessgeräte oder Ausrüstungen für die Kriegsmarine hergestellt. Doch seit Mitte der 90er Jahre steht das Gebäude leer.

Eingang des Strandbads Tegel (Foto: rbb 88.8 / Miriam Keuter)
rbb 88.8 / Miriam Keuter

Strandbad Tegel

Das Strandbad Tegel hat einen neuen Betreiber. Die Sanierungsarbeiten sind nochim Gange. Einen konkreten Eröffnungstermin gibt es aber noch nicht.

U-Bahnhof Bismarckstraße (Foto: radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm)
radioBERLIN 88,8 / Doris Anselm

U-Bahnhof Bismarckstraße

Der wichtige Umsteigebahnhof in der City West, hier kreuzen sich die Linien U2 und U7, ist eine Großbaustelle, und das nun schon seit zweieinhalb Jahren. Doch die Bauarbeiten scheinen einfach nicht voran zu kommen.

Das ehemalige Stellwerk Lichterfelde (Foto: Miriam Keuter / rbb 88.8)
Miriam Keuter / rbb 88.8

Das ehemalige Stellwerk Lichterfelde

Erst Bahnhof, dann Stellwerk, dann Restaurant und nun? Auf dem ehemaligen Stellwerk Lichterfelde sollen Büroräume und Geschäfte entstehen.  

Bauzombie-Entenkeller Bild: rbb 88.8
rbb 88.8

Das ehemalige Restaurant "Entenkeller"

Das Restaurant im Norden Berlins war schon immer ein beliebter Ausflugsort. Doch seit 2012 steht das Gebäude leer und verfällt. Hier ein Update zur "Never Ending Story" unseres Bauzombies. rbb 88.8-Reporter Matthias Bartsch war vor Ort und hat sich umgesehen...