Das Rivieare in Berlin-Grünau (Foto: rbb 88.8/Hendrik Schröder)
Bild: rbb 88.8/Hendrik Schröder

- Das "Riviera" in Berlin-Grünau

Ein Tanzsaal, ein legendäres Restaurant, fantastischer Wasserblick. All das war das Riviera in Grünau an der Regattestraße. Und das über 100 Jahre lang, bis zur Wende. Dann verfiel das historische Gebäudeensemble zunehmend, bis ein Investor vor einiger Zeit die Grundstücke kaufte und nun eine Luxusseniorenresidenz dort errichten lässt. Noch dieses Jahr sollen die ersten solventen Rentner einziehen können.

Das Riviera wurde um 1890 vom Architekten Otto Gerth entworfen. Darüber hinaus
wurden die Säle allgemein für sportliche/gesellschaftliche/kulturelle Anlässe genutzt (Bälle, Familienfeiern, Vereinsfeiern etc.). Auch zu Zeiten der DDR waren die Ausflugsgaststätten bekannt und beliebt. Ab 1991 verfielen die Gebäude dann zunehmend, der Abriss wurde jedoch mehrmals vom Bezirk abgelehnt.

Zukunftspläne

Noch beherrschen Kräne und Bagger das Bild. Es scheint kaum mehr vorstellbar, wie hier ein Mal getanzt, geschwoft gegessen und das Leben genossen wurde. Der historische Rest des alten Riveria wurde komplett entkernt, daneben wurden neuen fünfstöckige Häuser gestellt. Im Herbst sollen hier 200 exklusive Seniorenresidenzen fertig sein.

Mietkosten 1000-4000 Euro im Monat. Dazu soll es ein öffentliches Restaurant im wiedererrichteten Ballsaal geben und einen öffentlichen Uferweg. Klar ist, es musste etwas passieren, die alten Riveria Ruinen waren kurz davor zusammenzubrechen - und der Bezirk war froh, endlich einen Investor gefunden zu haben, nachdem erst ein Investor pleite ging und ein anderer Interessent plötzlich nicht mehr aufzufinden war.

Aber nicht so, finden viele Anwohner, das sei alles zu massiv, nehme zu viel von dem schönen Wasserblick und es sei nichts mehr übrig vom alten Flair, sagen sie.